Am 2. Dezember 1805 ereignete sich auf den Hügeln und in den Tälern östlich von Brünn eines der bedeutenden Ereignisse der europäischen Geschichte des 19. Jahrhunderts und gleichzeitig auch einer der berühmtesten Zusammenstöße der napoleonischen Kriege – die Schlacht bei Austerlitz.
Sowohl mit der Anzahl von 160 000 eingesetzten Kämpfern, als auch mit der Anzahl von Toten und Verwundeten galt das Blutbad von Austerlitz auch als der blutigste und größte Zusammenstoß der napoleonischen Kriege – bis zur Schlacht bei Borodino und dann bei Leipzig. Im Rahmen der böhmischen Länder hielt diese Schlacht das traurige Primat noch viel länger – mindestens bis zur Schlacht bei Königsgrätz 1866.
Die Schlacht bei Austerlitz ging in die Geschichte ein und wurde für ganz Frankreich sofort zum Symbol eines faszinierenden Triumphes. Für das verelendete, verwüstete und niedergebrannte Mähren stand jedoch der Winter dieses Jahres sowie die nachfolgenden Jahre im Zeichen von Hunger, Angst und Epidemien.
Den Namen dieses kleinen mährischen Städtchens findet man heute in der Bezeichnung einer Pariser Brücke und ihres nahen Ufers, die Pariser kennen auch den Austerlitzer Bahnhof, den Sieg der französischen Armee bei Austerlitz verkündet auch eine Inschrift an der Wand des Siegesbogens sowie auch die zwölf Siegesgöttinen, die den Sarkophag von Napoleon hüten. Eine ewige Erinnerung an diese Schlacht ist auch die Säule auf dem Pariser Place Vendôme, abgegossen aus den Kanonen, die die französische Armee auf den Feldern zwischen Brünn und Austerlitz erbeutete.
Eines kann man jedoch nicht vergessen: Die Schlacht von Austerlitz war wirklich einer der größten Siege des Kaisers Napoleon I. Obwohl zahlenmäßig schwächer, besiegte er die verbündeten Armeen des österreichischen Kaisers und des russischen Zaren. Die hier von ihm angewendete meisterhafte Taktik und Strategie werden bis heute auf allen Militärschulen unterrichtet.



